ride up mit dem Snowkite auf den Nord Peak des Ätnas mit dem ExploreV1 von Ozonekites und dem Peak4 von Flysurferkiteboarding

Ein Traum wird wahr.

Wir erfüllten uns einen lang gehegten Wunsch, den Ätna bis zum Peak mit dem Snowkite zu erklimmen.

An Fasching 2019 flogen wir nach Catania.

Wir waren auf der Südseite in der Rifugio Sapienza untergebracht. Leider hatte es in der südlichen Abdachung des Ätnas kaum Schnee, so dass wir unseren Plan ändern mussten. Dazu fuhren wir gleich am ersten Tag in den nördlichen Teil des Ätnas. Dort hatte es mehr Schnee. Unten angekommen, kam uns der Wind schon sehr stark entgegen. Oben auf den Plateaus und am Peak hatte es mehr als 40 Knoten aus West. Wir entschlossen uns der ersten Versuch auf den nächsten Tag zu verschieben. Wir gönnten uns am Piano Provenzana Etna Nord ein ausgiebiges Abendessen im Monte Conca. Sehr gutes Restaurant mit typischen italienschen Speisen. Nach dem Abendessen fuhren wir die 40km um den Berg in den südlichen Teil vom Ätna zu unserer Unterkunft dem La Sapienca. Für den nächsten Tag war sehr wenig Wind vorhergesagt, so dass wir planten uns sehr früh auf den Weg zu machen.

Am nächsten Tag fuhren wir voller Erwartung zum Spot. Unten lösten wir das Ticket für das ganze Skigebiet. Fliegertickets gelten nur für den Sessel. Wir wollten uns den Aufstieg entlang des Schleppers ersparen. So nahmen wir den Sessel und dann den Tellerlift Coccinelle . Oben hatte es Null Wind. Wir tourten zwischen den ersten Kratern Richtung Westen zum Monte Pizzillo. Da die Forecast ein wenig West versprach, liefen wir weiter zum nächsten Plateau an die Monte Due Pizzi. Auch dort hatte es kein Wind. Wir genossen das Panorama. Außerdem trafen wir Guido la Rosa, dem italienschen Kitekollegen. Abends gingen wir wieder im Monte Conca essen.

Für den nächsten Tag wurde noch weniger Wind vorhergesagt. Das trübte die Stimmung. Der italienische Wein und das Essen half unsere Stimmung wieder aufzubauen. Wir fuhren wieder früh los. Oben am Schlepper kam uns bereits Wind entgegen. Die Stimmung stieg. Leider aus Westen bis NW. Wir liefen wieder durch die ersten Krater und konnten nach 20 Minuten aufbauen. Als erstes fuhren wir den kleinen Aussichtsberg Monte Pizzillo hoch. Auf diesem Berg hat man einen sehr guten Blick nach Osten zum Meer und nach Norde und Westen.

Dann hieß es Aufkreuzen Richtung Peak Nord. Wir zogen den ExploreV1 12.0 von Ozonekites und den Peak4 11.0 von Flysurferkiteboarding. Wir kurbelten anschließend Richtung Monte Due Pizzi. So schraubten wir uns von Plateau zu Plateau hoch. Immer gegen den Wind. Nach oben hin nahm der Wind immer mehr zu und ein Glück etwas mehr aus NW. Wir konnten den ganzen Hang abrocken. Ein sehr großes Gelände. Ab 2900m kam der Wind phasenweise auch aus Süd den Berg herunter. Das erschwerte das Aufkreuzen noch mehr. Ab 3000m nahm der Wind erheblich zu, so dass wir richtig hochballern und die Rinnen abrippen konnten. Zwischen 3100 und 3250 nahm der Schnee immer mehr ab bzw. war von Asche bedeckt. So konnte man nur schmale Schneestreifen nutzen. Am Nordpeak nahm der Wind erheblich zu bzw. drehte komplett und es roch total nach Schwefel. Ich kehrte sicherheitshalber sofort um und fuhr den Peak bis auf 3100 runter. Wir schraubten uns dann von Plateau zu Plateau hinunter. Der Wind kam komplett vom Berg herunter, zerrte an den Kites und wir fuhren Vorwind mit den Kites runter. Völlig stoked fuhren wir wieder zum Monte Conca.

Auf dem Bild sieht man den Monte Due Pizzi Ätna mit dem ExploreV1 von Ozonekites beim Snowkiten.

Monte Due Pizzi auf den großen Flächen unterhalb des Nord Peaks

Auf dem Bild sieht man den Nordkrater vom Ätna mit dem ExploreV1 von Ozonekites beim Snowkiten.

Am Nord Peak Ätna

An unserem Abflugtag hatte es wieder Sturm auf dem Berg und wir fuhren nach Catania. Eine wunderschöne Stadt mit einem tollen Fischmarkt.

Fazit:

  • atemberaubende Athmosphäre mit einem immer rauchenden Berg
  • unbeschreiblicher Ausblick
  • sehr schneller und trockener Schnee
  • die Extremata Meer und Hochgebirge nebeneinander
  • klasse Essen und Wein
  • Kitemöglichkeit im Norden und Süden des Peaks
  • Unendliche Weiten, Plateaus und Rinnen zum Kiten
  • sehr schnell umschlagendes Wetter >> GPS notwendig
  • da wir geflogen sind, haben wir Single Skins mitgenommen 6/7 & 11/12
  • Der Wind war Richtung Peak sehr wechselnd. Das gute Lowend der Single Skins überbrückte dann die Schwachwindphasen. Vor allem wenn man keine Landeflächen zur Verfügung hat, da überall Lavasteine herausschauten und man versuchen musste der Kite oben zu halten. Nahm der Wind wieder zu, so konnten wir durch das Wegschieben der Bar den Kite drucklos stellen.
  • Optimale Windrichtungen:
    • Ätna Nord: alle Winde mit nördlichen Anteilen
    • Ätna Süd: Süd
  • Kiteempfehlung: 3-5 & 10-12
  • Mehrere Tage als Puffer einplanen, damit man überhaupt kiten kann:
    • 1. Tag 40 Knoten aus SW; im felsigen Gelände schwierig zu kiten, da der Wind teilweise vom Berg runterkommt, man im Lee kitet und ständig gegen den Berg aufkreuzen muss.
    • 2. Tag 0 Wind
    • 3. Tag 2-6bft. aus SW-NW; im felsigen Gelände machbar 🙂 der Wind kam teilweise vom Berg runter und wir kreuzten den Berg auf. Kurbeln und Loopen am Stück.
    • 4. Tag; 40 Knoten; im felsigen Gelände schwierig zu kiten
  • Catania mit der verschiedenen Sehenswürdigkeiten ist auf jeden Fall ein Besuch wert.
  • Am Peak gibt es noch mehrere Projekte die wir planen 🙂